Nürnberg, 8. Juni 2020 – Laut Bundesbildungs- ministerin Anja Karliczek wird der Schulunterricht weiter aus einer Mischung von Präsenzunterricht und Homeschooling bestehen. Dabei fehlen den meisten Schulen immer noch ein schnelles Internet, stationäre Endgeräte und digitale Lösungen wie Cloudangebote und Lernplattformen, die durch den Digitalpakt Schule eingerichtet werden sollten. Die große Frage „Warum greift der Digitalpakt Schule so schwer?“ ist wichtiger denn je. Benjamin Akinci, CEO der abl social federation GmbH hat als Rahmenvertragspartner diverser Digitalisierungs- projekte für Schulen und im öffentlichen Raum einschlägige Erfahrungen darüber gesammelt, wo die Schwierigkeiten bei der Digitalisierung der Schulen liegen und Lösungsansätze entwickelt.

Die digitale Realität in den Schulen

Spätestens seit der Corona-bedingten Schließung der Schulen und dem Versuch die Schüler digital zu unterrichten ist klar: Weder Lehrer noch Schüler können auf eine zeitgemäße Bildungsinfrastruktur zugreifen und der Einsatz von digitalen Medien, wie Laptops, Tablets usw. im größeren Stil ist nicht möglich. Grund dafür ist, dass nur die wenigsten Schulen die Voraussetzungen erfüllen, um digital arbeiten zu können. Aber was brauchen unsere Schulen, um das digitale Zeitalter zu erreichen und wie können gesetzliche Vorgaben dabei helfen?

Formale Hürden der Digitalisierung

Eine unerlässliche Voraussetzung für digitalen Unterricht ist eine intakte IT-Infrastruktur in den Schulgebäuden, die den Einsatz von WLAN Access Points, Laptops oder Whiteboards erst ermöglicht. Die Kosten einer dafür notwendigen Verkabelung werden nur bedingt vom Digitalpakt gedeckt – eine große Hürde für die meisten Schulen, bevor sie überhaupt auf Gelder aus dem Digitalpakt zugreifen können. Dieser Missstand wird durch die Zuständigkeiten von verschiedenen Verdingungsordnungen auf formaler Ebene verschärft: Die IT-Abteilung erhält zwar Geld aus dem Digitalpakt, kann aber nicht loslegen, da die Bauämter erst die Baumaßnahmen abschließen müssen. „Bildlich gesprochen“, erklärt Benjamin Akinci die Situation, „ist der Hausbau gesichert, aber es gibt kein Fundament.“

Einheitliche Vorgaben für ein schnelleres Voranschreiten

Eines der größten Probleme: Die Länder setzen den Digitalpakt unterschiedlich um. Eine einheitliche Vorgabe aus den Ländern, wie durch zentrale Ausschreibungen – so wie es beispielsweise in Schleswig-Holstein passiert – entlastet die Schulen bei der Umsetzung und fördert die Digitalisierung.

Klare Trennung von Zuständigkeiten

Die Bundeskanzlerin hat am Freitag (05.06.2020) verkündet, dass der Digitalpakt um eine Beteiligung der Bundesregierung an den Personalkosten von Systemadministratoren ergänzt wird. Allerdings geknüpft an die Bedingung, dass die Länder sich um die digitale Aus- und Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer kümmern. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Doch der Ausbau der IT-Infrastruktur obliegt damit immer noch den Schulen, die sich nicht im erforderlichen Maße auf den pädagogischen Schulbetrieb konzentrieren können. Hier wäre eine klare Trennung von IT-Infrastruktur auf der einen und Software sowie Equipment auf der anderen Seite enorm wichtig“, kommentiert Benjamin Akinci.

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